Der Facebook-Eintrag einer Facebook-Freundin (Was ein Satz) hat mich gestern an etwas erinnert, was ich doch direkt mal mit Euch teilen möchte.

Es ging um die Berufswünsche von Jungs und Mädels, allesamt Vorschulkinder. Die Jungs hatten ganz normale Berufswünsche, die Mädels eher nicht . Hier war das Hauptziel: Ich werde Prinzessin. (oder noch schlimmer: Monster High Püppi. Wenn ihr diese doofen Dinger nicht kennt, googelt bitte mal direkt, schlimm kann ich nur sagen).

Mein Kindlein hat auch schon einen ganz konkreten Berufswunsch, letzte Woche fing sie auf einmal mit dem Thema an- Sie wird nach eigenen Angaben Fußballerin. Von Beruf.

 

„Ich werde Fußballerin von Beruf Mama. Dann gehe ich jeden Morgen raus, spiele Fußball und komme abends wieder, gute Idee, oder?“

„Ja, gute Idee Schatz, aber was machst du an den anderen Tagen? Man kann nicht jeden Tag Fußball spielen, so viele Spiele gibt es gar nicht.“

Sie überlegt, dann hellt sich das kleine Gesichtchen auf. „ An den anderen Tagen gehe ich in Häuser und Geschäfte und singe und spiele Gitarre“.

Och dachte ich, es hätte uns schlimmer treffen können. Mal abgesehen davon das hier zu Hause das Lillifee und GlitzerFlitzer Zentrallager ist, war das doch jetzt nicht so eine schlechte Berufswahl. Fand ich zumindest.

„Und wohnst du dann bei uns?“

Entrüsteter Blick „Mama! Nein, ich bin doch Prinzessin wenn ich groß bin und wohne dann in einem Weißen Schloss mit Rosengarten.“

Äh, ja.

“ Ich dachte du wirst Fussballerin oder Musiker?“

“ Ja, Mamaaa, aber nur fürs Geld, in echt bin ich dann Prinzessin und habe zwei oder drei Prinzen als Mann“.

„Wie zwei oder drei Prinzen?“

„Ja, Prinz Eric von Arielle. Prinz Phillip von Dornröschen und vielleicht noch Fynn von Rapunzel, der ist zwar kein Prinz aber der ist cool und ein Dieb.“

 

Nun gut. Wir warten dann lieber mal ab.

kitchencloud

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Bei Anna von BerlinmitteMom gibt es zur Zeit eine schöne Aktion:

„Gemeinsam für starke Mädchen!“ Was das bedeutet und worum es dabei geht könnt ihr hier nachlesen.

Anscheinend sind doch mehr betroffen als ich immer gedacht habe. Nämlich von dem Problem, wegen Äusserlichkeiten (oder schlimmer: wegen Zahlen auf der Waage) Dinge aufzugeben, die man liebt, für die man nach scheinbar eigener Ansicht, die ja nicht zuletzt die Ansicht der Aussenwelt ist, nicht gut genug ist.

Bei der Aktion geht es darum, die Mädchen zu stärken, ihnen, als Mütter bzw Eltern klarzumachen das man nichts aufgeben muss, nur weil Andere meinen, oder die Umwelt einem suggeriert, man seie es nicht wert oder man sei nicht gut genug dafür.

Warum ich darüber schreibe? Nun, ich bin persönlich genau von diesem Thema betroffen. Und nicht nur weil ich eine kleine Tochter habe, sondern weil ich genau das durchlebt habe.

Von Anfang an- ich war ein glücklicher Teenie, ja, eigentlich sehr glücklich. Meine Eltern waren toll und immer für mich da, ich hatte eine coole grosse Schwester und einen schönen Freundeskreis. Als ich mit 15 meinen ersten Freund hatte, war ich selbstbewusst. Aber wie. Und das trotz mangelnder Traummaße. Ich weiss, dass ich mich absolut wohl gefühlt habe in meinem Körper und nichts an mir ändern wollte. Da war ich 15.

Mit 19 sah die Sache da schon ein wenig anders aus. Ich, die sich nie Gedanken um zu dick oder zu dünn gemacht hatte, fing an mit einer Freundin auszugehen, die schon immer sehr selbstkritisch war und das einzige Thema war nur: „Bin ich zu dick für dieses Top? Sehe ich in der Hose fett aus? “ Wie gesagt, ich kannte das nicht, hatte ich doch 4 Jahre einen festen Freund gehabt, der mich so toll fand wie ich eben bin. Und war dadurch total bei mir und gefestigt. Ich musste mir bis dato nie Gedanken über dieses Thema machen.

Mit 20 habe ich dann angefangen zu studieren. Klar, dünn war ich nicht, ich hatte Kleidergrösse 42 aber nie Probleme, weder mit Jungs, noch mit Freunden. Meine Eltern haben nie auch nur ansatzweise an mir rumgemeckert, wir haben (und das tun wir immer noch) als Familie viel unternommen und gemeinsame Zeit verbracht.

Leider hat das alles nichts genützt. Es kam dann irgendwie schleichend, von hinten. Wie eine böse schwarze Schlange die sich durch alles und Jeden einen Weg bahnen kann und dann zubeisst, in einem Moment der Schwäche und man für sehr lange Zeit infiziert ist. Ich denke da immer gerne an die Schlange vom kleinen Prinz.

Deshalb kann ich auch keinen Moment festmachen, wann es losging dass ich mich nicht mehr wohlfühlte. Vermutlich war es ein Mix aus Allem- der Freundin, die auf einmal auch meine Figur in Frage stellte, die mir (heute würde ich sagen listig) sagte, guck mal die schauen so komisch weil du jetzt Pommes essen musst obwohl du es eigentlich nicht solltest. Der von mir angebetete coole Junge, der keine feste Beziehung mit mir wollte. Das verhasste Statistik Seminar in dem ich kläglich versagt. Immer mehr Sachen kamen, die nicht klappten. Immer mehr neue Menschen mit noch sovielen Meinungen, mehr Vergleiche und mehr Konkurrenz.

Es konnte ja nur einen Grund geben: Ich war zu fett. Ich war zu fett um einen Jungen seines Kalibers zu gefallen, ich war zu fett um das Seminar zu schaffen, ich war zu fett um in der Mensa zu essen, die Anderen schauten ja schon.. Das wars. Auf einmal, und mit grosser Hilfe der Aussenwelt (und der Abnabelung vom Elternhaus) war ich, ein immer starkes Mädchen, nicht allzu dumm, immer lieb und selbstbewusst, auf einmal ein schwaches Mädchen geworden.

Traurig oder?

Es ist nicht so, dass ich 13 Jahre geduckt durch die Gegend gelaufen bin, ich habe aber wahnsinnig viele Dinge nicht gemacht, habe mich dann an falsche Leute gewandt und deren Weg eingeschlagen, in der Hoffnung, sie mögen mich so akzeptieren wie ich bin.

Ich habe mich zb nie an einer Journalisten Schule beworben, wegen meinem Aussehen. Ich bin auf einmal nicht mehr schwimmen gegangen (Seit ich 3 bin kann ich es und schwimme im Verein), habe niedrige Jobs gemacht (im Gedanken „Dafür bist du gut genug“) Alles was ich toll fand (bunte Farben, witzige Shirts, einfach ein wenig ausgeflippte Sachen) habe ich verbannt.

Und das Schlimmste : Ich habe das Schreiben aufgegeben! Meine liebste Beschäftigung. Vielleicht wegen dem ein oder anderen Spruch meiner damaligen Freundin und vielleicht auch (schon wieder) unter dem Aspekt nicht gut genug zu sein.

Mein Abitur, mein Studium- alles war auf einmal nichts mehr wert.

Ich glaube nach Aussen hat man es nicht oft gesehen, vereinzelt gab es Menschen die mich darauf angesprochen haben: Nur seien wir mal ehrlich: viele sind einfach zu egoistisch und freuen sich an dem Leid und der Niederlage Anderer, nur damit es ihnen besser geht.

Heute kann ich endlich darüber lachen. Ab und an bin ich noch traurig über die vergebenen Chancen, über die verlorene Zeit, aber ich bin dankbar dass das ein Ende hat.

Es hat aber paar ein Jahre gedauert, bis ich es geschafft habe.Ich hatte meine Familie, die mich sehr gestärkt hat-  Jetzt bin ich 33, trage Kleidergrösse 48, habe eine tolle Familie ein kleines Mädchen und wenn mich jemand aufgrund meines Gewichts bzw meiner Kleidergrösse verachtet, über mich lacht oder blöd schaut-dann ist das so und ändert rein gar nichts an dem was ich bin. Jetzt bin ich stark, was ich aber damals nicht geschafft habe.

kitchencloud.de

Ich möchte das meine Tochter lernt, das Freunde und Bekannte kommen und gehen, deine Familie aber immer bleibt. Und das, egal wie liebenswert und nett du zu den Menschen bist, es überall Leute gibt die neidisch sind, vielleicht weil sie gerne so wären wie du oder einfach nur so um dich zu ärgern. Das sie das machen soll was sie möchte, unabhängig von jeder Meinung, hauptsache es macht sie glücklich!!! Das sie niemals ihre Träume und Wünsche aufgeben darf, nur weil irgendein Mensch meint man sei dafür nicht gut genug.
Das sie immer mein kleines, starkes Mädchen bleibt, welches im Ballettkleid Fußball spielt und sich für das schönste Wesen auf der Welt hält! ❤️

Mehr Mut zum Ich, Gemeinsam für starke Mädchen